"Wenn schon Blomberg, dann richtig Blomberg"

24 junge Menschen wird Boris Hagemeier an diesem Tag zu einem persönlichen Gespräch treffen. Zwei Dutzend angehende Kaufleute haben den schriftlichen Teil der Bewerbungsphase schon erfolgreich hinter sich gelassen, heute wartet auf sie ein spannender Tag bei Phoenix Contact in Blomberg.

Spannung ganz anderer Art hat Wolfgang Hesse an diesem Arbeitstag noch vor sich. Er kommt aus dem Hochspannungslabor des Unternehmens und prüft dort Produkte im Bereich Überspannungsschutz.

So testet also Blombergs größter Arbeitgeber an diesem Tag sowohl potentielle Auszubildende und neue Produkte – sozusagen auf „Herz und Nieren“.

Hagemeier ist ein Eigengewächs des Unternehmens. Ausbildung zum Elektroniker nach der Schule, danach direkt in die Ausbildungsabteilung, zusätzliche Weiterbildungen in der Abendschule, seit zwei Jahren ist der 35jährige, der in Blomberg aufwuchs, Ausbildungsleiter. Er lebt inzwischen mit seiner Frau in Vinsebeck bei Steinheim, rund 20 Minuten mit dem Auto von Blomberg entfernt.

Sein Kollege, Wolfgang Hesse, hat einen etwas größeren Umweg genommen. Er wuchs ebenfalls im Lipperland, in Lemgo, auf und studierte dort. Zum Ende seines Studiums hat’s ihn wie er sagt „in die Ferne getrieben“. Er absolvierte ein Praxissemester in Abu Dhabi, schrieb seine Diplomarbeit in Göteborg, hing schließlich noch den Master in Manchester dran, wo er mit der Hochspannungstechnik „in Berührung kam“. Der Funke zu diesem Arbeitsfeld sprang über, und er nahm daraufhin eine Stelle als Entwickler in einem Zwölf-Mann-Betrieb in Aachen an.

In Aachen funkte es zudem bei ihm auf zwischenmenschlicher Ebene. Er lernte seine spätere Frau dort kennen, und er blieb neun Jahre lang – länger als er eigentlich geplant hatte, sagt er.

„Wie wird das, wenn man abends mal einen Spaziergang machen will?“

Seit rund einem Jahr ist er nun zurück im Lipperland. Mit seiner Frau wohnt er mitten in Blomberg nur einen Katzensprung vom Marktplatz entfernt. „Wir haben uns bewusst entschieden, in die Innenstadt zu ziehen“, erzählt Wolfgang Hesse. Denn: „Wir haben in Aachen zentrumsnah gewohnt.“ Und überhaupt: „Wenn schon Blomberg, dann richtig Blomberg.“

Nun sollte man eine große Universitätsstadt wie Aachen nicht mit Blomberg vergleichen, – aber man tut es dann doch. In Aachen haben sie das Auto besser stehen lassen, wenn Sie in die City wollten. Braucht man in Blomberg für jede Kleinigkeit ein Auto? „Wie wird das, wenn man abends mal einen Spaziergang machen will?“, fragten sie sich.

Wolfgang Hesse liefert die Antwort als Wegbeschreibung gleich im Anschluss: „Zum Marktplatz hoch, rüber zur Burg, an der Stadtmauer entlang.“ Das gefällt ihnen. Nach einem Tag unter Hochspannung, dann die Entspannung im Feierabend. In Blomberg findet Wolfgang Hesse sogar doppelt so viel Zeit wie in Aachen, schwimmen zu gehen. Ein Mal die Woche. Eine Stunde. „Die Zeit nehme ich mir.“

Und das Auto? Den Wagen kann seine Frau tagsüber nutzen, er radelt mit dem Fahrrad zur Arbeit, was er sehr mag. „Doch vom Gefühl würde ich sagen, man muss schon ein Auto haben“, gibt er zu.

Die Frage komme ständig nach den Anreisemöglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, greift Boris Hagemeier das Thema Mobilität auf. „Ab und zu ist das ganz spannend, mal den Selbstversuch zu machen“, erzählt er. Etwa zwei Mal im Jahr treten seine Kollegen und er höchstselbst den Beweis an, wie sich aus den hintersten Winkeln des lippische Südostens der Arbeitsplatz pünktlich und im Rahmen der Gleitzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lässt.

Denn: Nicht jeder Azubi schwingt sich so legendär wie jener aus Marienmünster auf sein Moped und fährt täglich bei Wind und Wetter die 60 Minuten zur Arbeit.

„Momentan haben wir zwei 16jährige Azubis aus Polen“, führt Boris Hagemeier fort. „Da wird uns erst deutlich, für was wir alles sorgen müssen. Wie sind sie mobil? Wo bekommen wir ein Fahrrad her? Wir besprechen mit ihnen den Busfahrplan. Wo ist welcher Arzt? Wo kann man Abends mal hingehen? Da sind die dualen Studenten, die mit 19 oder 20 Jahren zu uns kommen, schon wesentlich reifer.“

Vor zehn Jahren erreichten rund 500 Bewerbungen das Unternehmen, „zum Goßteil hier aus Blomberg“, ergänzt Hagemeier. „Jetzt haben wir 1600 Bewerbungen.“ Kaum überraschend hat nicht jede davon eine Absenderadresse in der Nelkenstadt. „Wir haben auch Bewerber aus Halle, Bielefeld oder Leipzig, haben da aber die Erfahrung gemacht, dass die Auszubildenden später nicht bei uns bleiben. Die zieht es zurück.“

Phoenix Contact konzentriert sich daher verstärkt weiter auf die Schulen am Standort – „und das wird mal ein großer Vorteil für das Unternehmen werden“, ist sich Hagemeier des Erfolgs sicher. Die potentiellen Auszubildenden hier vor Ort sind so vernetzt im Freundeskreis und in Vereinen, „die würden sich schwerer tun, später zu gehen.“ Doch bis es soweit ist, müssen sich beide Seiten erst finden.

Im Rahmen einer Juniorfirma besuchen daher ehemalige Schüler ihre ehemalige Schule, um dort Bewerbungstrainings zu machen. Das zahlt sich aus. „Da freuen wir uns drüber“, sagt Hagemeier, denn das Unternehmen unternimmt inzwischen viel, um attraktiv für Auszubildende zu sein. Um die 80, die man nehme, brauche man sich keine Sorgen zu machen. Die sagen alle: „Phoenix, super toll“, ist Hagemeier überzeugt.

Über Phoenix Contact

Phoenix Contact ist nach eigenen Angaben „weltweiter Marktführer für Komponenten, Systeme und Lösungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Automation“. Das Unternehmen mit Stammsitz in Blomberg beschäftigt weltweit 11.000 Mitarbeiter und ist Blombergs größer Arbeitgeber – www.phoenixcontact.de

Den übrigen 1520 jungen Menschen, die leider keine Zusage bekommen hätten, da sei es wichtig, ihnen trotz der Ablehnung ein gutes Gefühl – wenn nicht sogar eine neue Perspektive – zu vermitteln. Denn, das hat das Unternehmen erkannt, man sei auf positive Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen – ganz besonders in Zeiten von SchülerVZ, Facebook & Co., wo sich eine Pauschalkritik rasend schnell verbreite.

Als wir gemerkt haben, dass sich ganze Klassen nicht mehr bei uns beworben haben, weil es hieß „Phoenix nimmt Euch nicht“, da beschloss das Unternehmen, noch stärker mit den Schulen – insbesondere Hauptschule und Gymnasium – zusammenzuarbeiten. Hinzu kommt die jährliche Ausbildungsplatzbörse, auf der zahlreiche Blomberger Betriebe vertreten sind, deren letzte Auflage nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger wieder sehr gut angenommen worden sei.

Weniger problematisch sei dagegen eine andere Klientel: „Die dualen Studenten, die aus anderen Regionen zu uns kommen, die sind gerne hier, und die bleiben.“ In der Zeit in Blomberg lernen sie rasch Blomberger kennen. Bis jetzt seien sie alle geblieben. „Das spricht für Blomberg“, lobt Hagemeier.

Azubis von Auswärts tun sich hingegen schwerer mit der doppelten Herausforderung: Sie müssen sich in ihrem Ausbildungsberuf und in das Unternehmen erst einfinden und sich ein neues Leben vor Ort aufbauen. Ob Ihnen das gelingt, hängt sehr stark von ihnen selbst ab, denn Zugezogene sind in Blomberg ganz sicher willkommen, sind sich Boris Hagemeier und Wolfgang Hesse einig. Denn eine Selbstverständlichkeit scheine allen Blombergern mit in die Wiege gelegt worden zu sein, haben sie beobachtet: „Man grüßt sich in Blomberg – auch, wenn man sich nicht kennt.“

Phoenix Contact ist nach eigenen Angaben „weltweiter Marktführer für Komponenten, Systeme und Lösungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Automation“. Das Unternehmen mit Stammsitz in Blomberg beschäftigt weltweit 11.000 Mitarbeiter und ist Blombergs größer Arbeitgeber – www.phoenixcontact.de

Den übrigen 1520 jungen Menschen, die leider keine Zusage bekommen hätten, da sei es wichtig, ihnen trotz der Ablehnung ein gutes Gefühl – wenn nicht sogar eine neue Perspektive – zu vermitteln. Denn, das hat das Unternehmen erkannt, man sei auf positive Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen – ganz besonders in Zeiten von SchülerVZ, Facebook & Co., wo sich eine Pauschalkritik rasend schnell verbreite.

Als wir gemerkt haben, dass sich ganze Klassen nicht mehr bei uns beworben haben, weil es hieß „Phoenix nimmt Euch nicht“, da beschloss das Unternehmen, noch stärker mit den Schulen – insbesondere Hauptschule und Gymnasium – zusammenzuarbeiten. Hinzu kommt die jährliche Ausbildungsplatzbörse, auf der zahlreiche Blomberger Betriebe vertreten sind, deren letzte Auflage nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger wieder sehr gut angenommen worden sei.

Weniger problematisch sei dagegen eine andere Klientel: „Die dualen Studenten, die aus anderen Regionen zu uns kommen, die sind gerne hier, und die bleiben.“ In der Zeit in Blomberg lernen sie rasch Blomberger kennen. Bis jetzt seien sie alle geblieben. „Das spricht für Blomberg“, lobt Hagemeier.

Azubis von Auswärts tun sich hingegen schwerer mit der doppelten Herausforderung: Sie müssen sich in ihrem Ausbildungsberuf und in das Unternehmen erst einfinden und sich ein neues Leben vor Ort aufbauen. Ob Ihnen das gelingt, hängt sehr stark von ihnen selbst ab, denn Zugezogene sind in Blomberg ganz sicher willkommen, sind sich Boris Hagemeier und Wolfgang Hesse einig. Denn eine Selbstverständlichkeit scheine allen Blombergern mit in die Wiege gelegt worden zu sein, haben sie beobachtet: „Man grüßt sich in Blomberg – auch, wenn man sich nicht kennt.“