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Dalborn - Beschaulichkeit und eine Lebensgemeinschaft

Wilhelm Sigges ist seit 2009 Ortsvorsteher von Dalborn.

Viele Jahre lang war der Blomberger Ortsteil Dalborn im gesamten Kreis Lippe vor allem durch den »Alten Jäger« bekannt. In der urigen Gaststätte servierten Karl und Gerda Eydt Wildgerichte der Extra-Klasse. Diese Zeiten gehören aber der Vergangenheit an, da das Lokal mittlerweile geschlossen hat.

Seitdem geht es am äußersten westlichen Rand der Großgemeinde Blomberg noch beschaulicher und ruhiger zu. Nur rund 80 Einwohner gibt es zirka zehn Kilometer vom Stadtkern entfernt – trotzdem meint Ortsvorsteher Wilhelm Sigges, der das Amt seit 2009 innehat, dass Dalborn einiges zu bieten habe: »Wir haben eine Tischler- und Zimmerei, Praxen für Naturheilkunde und psychologische Beratung, ein Atelier für Grafikdesign, einen Laden für Baby-Bedarf, eine Computer-Stickerei und einen Verkaufswagen für Fish and Chips.«

Darüber hinaus geht es unweit der Ostwestfalenstraße gemütlich zu. Die Dalborner kennen sich untereinander allesamt und somit werden Aspekte wie Zusammenhalt, Gemeinschaftssinn und Nachbarschaft groß geschrieben. Trotzdem gibt es zwei Dorf-Aspekte, die eine gewisse Strahlkraft haben und für Menschen außerhalb interessant sind. Der von Ortsoberhaupt Sigges angesprochene Laden für Baby-Bedarf lockt regelmäßig Mütter oder junge Familien an. Dabei liegt er keineswegs zentral, sondern ist über einen Wirtschaftsweg zu erreichen. Betreiber sind Hebamme Jutta und Wolfgang Twete, die vor einigen Jahren die Idee hatten, ein Geschäft mit Naturwaren rund ums Baby zu eröffnen.

Außerdem existiert seit 2010 die Lebensgemeinschaft Dalborn. Das sind zwölf Erwachsene und zwei Kinder, die sich als Genossenschaft organisiert und auf zwei erworbenen Höfen niedergelassen haben. Die Gemeinschaft wohnt nicht nur zusammen, sondern betreibt auch die Solidarische Landwirtschaft Dalborn, die rund 80 Mitglieder hat. Zum eigenen Projekt heißt es auf der Internetseite der Solidarischen Landwirtschaft: »Wir führen die Erzeugung und Verteilung von Lebensmitteln wieder in die Hände von Gärtnern und Verbrauchern zurück – auf gemeinschaftlicher und solidarischer Basis. Dies ist eine sinnvolle Möglichkeit, frische und gesunde, nach ökologischen Kriterien angebaute Nahrungsmittel zu bekommen sowie kleinen, bäuerlichen Betrieben wieder eine Zukunft zu geben.«

Zudem interessant: 1982 landete ein amerikanischer Soldat mit seinem Bomber im Garten der Twetes – zu Schaden kam dabei  glücklicherweise niemand.

Vereine gibt es im Ort allerdings ebenso wenig wie eine Kirche, einen Kindergarten oder eine Schule. Die Kinder zieht es deshalb zum Unterricht nach Großenmarpe zur dortigen Grundschule, die Erwachsenen zu Gottesdiensten nach Cappel oder, was das Vereinsleben anbetrifft, nach Donop.

Das hat im Übrigen geschichtliche Gründe, da das im 12. Jahrhundert als Waldhufendorf – damit ist eine Reihendorf-Art gemeint – gegründete Dalborn erst im Jahre 1880 selbstständig wurde, als aus der aufgelösten Gemeinde Donop die neuen Gemeinden Altendonop, Kirchdonop, Dalborn sowie das Rittergut Altendonop entstanden. 1970 folgte dann die Eingliederung Dalborns in die Großgemeinde Blomberg. Als Zeugen der Vergangenheit sind nach wie vor Fachwerkhäuser und die Dalborner Mühle, die nicht mehr in Betrieb ist, vorhanden.

Und eine positive Nachricht gibt es für die Menschen in Dalborn auch noch: Bio-Landwirt Ulf Allhoff-Cramer hat den »Alten Jäger« gekauft und wird diesen in den kommenden Wochen als Dorfgemeinschaftskulturkneipe, wo das alle zwei Jahre über die Bühne gehende Dorffest oder verschiedene Versammlungen stattfinden sollen auf machen. »Dort gibt es aber keine regelmäßigen Öffnungszeiten«, so Sigges.

Quelle: brink-medien