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Kleinenmarpe: Landwirtschaft und historische Gemäuer

Gustav Nullmeier steht Kleinenmarpe seit dem Jahre 2011 vor und hat damit die Nachfolge von Großvater, Vater und Onkel angetreten, die allesamt ebenfalls Ortsvorsteher waren.

Mitten in der Natur, aber keineswegs ab vom Schuss liegt der Blomberger Ortsteil Kleinenmarpe. Rund zehn Kilometer sind es von hier nach Blomberg, zirka zwölf ist Lemgo entfernt, 14 Detmold. Trotzdem spielt die Landwirtschaft im Westen der Großgemeinde nach wie vor eine große Rolle – und das, obwohl die Zeiten als »altes Bauerndorf« in den 1950er-Jahren schon lange der Vergangenheit angehören. Den einzigen Vollerwerbsbetrieb nennt Ortsvorsteher Gustav Nullmeier sein Eigen. »Dazu kommen noch Bauernhöfe, die im Nebenerwerb laufen«, weiß Nullmeier zu berichten, der seit 2011 Kleinenmarpes »Chef« ist.

Ausgesprochen gut ist laut Gustav Nullmeier der Zusammenhalt der rund 140 Einwohner: »Hier kennen sich alle und die Gemeinschaft ist intakt.« Geschäft und Gaststätte gibt es zwar nicht mehr – dafür punktet Kleinenmarpe mit vielen Wanderwegen und zahlreichen restaurierten Fachwerkhäusern. Damit im Dorf alles so bleibt wie bisher, gibt es bereits seit 1978 einen Heimatverein – übrigens den einzigen Club in Kleinenmarpe –, der sich aber nicht nur um den Erhalt heimatlicher Werte kümmert, sondern auch ansonsten äußerst aktiv ist. Wiederkehrende Veranstaltungen sind Wandertage, Erntefest und Osterfeuer – und zu denen finden sich regelmäßig auch Gäste aus Erdbruch ein.

Das im Jahr 2000 mit großer Eigenleistung umgebaute Dorfgemeinschaftshaus.

Bis zur Eingliederung der verschiedenen Ortsteile in die Großgemeinde Blomberg gehörte Erdbruch nämlich zu Kleinenmarpe, seitdem zu Großenmarpe. »Allerdings sind wir, obwohl es hier nur den Heimatverein gibt, auch anderweitig organisiert«, unterstreicht Gustav Nullmeier – und meint damit, dass einige Dorfbewohner beispielsweise Teil der Cappeler Feuerwehr oder des dortigen Fußball-Teams sind.

Mittelpunkt des örtlichen Lebens ist das 2000 mit großer Eigenleistung umgebaute Dorfgemeinschaftshaus, das früher als Schule diente. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier teilweise sogar an die 100 Kinder aus Kleinenmarpe und Dalborn unterrichtet. Seit 1968 müssen Jungen und Mädchen aber nach Großenmarpe zur Grundschule gehen.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Kleinenmarpe 1108, 1996 feierte man zünftig das 888-jährige Bestehen, wobei davon auszugehen ist, dass der Ort deutlich älter ist. Der Dorfchronik, die aus der Feder des ehemaligen Ortsvorstehers Wilhelm Lesemann stammt, sind zudem weitere historische Eckdaten zu entnehmen. Das älteste Gebäude ist demnach der Schreinhof, den man 1518 errichtete. Einige Jahre mehr auf dem Buckel hat sogar die Glocke, die 1393 gegossen wurde und die sich nun im Turm der alten Schule befindet. Und sogar eine moderne Zivilschutzsirene existiert auf dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses, die die Zivilbevölkerung bei drohenden Großschaden-Ereignissen wie Hochwasser, Bränden oder Seuchengefahr warnen soll.

Quelle: brink-medien