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»Mossenberger Himmel« und eigene Währung

Ortsvorsteher Wilhelm Schnittcher steht Mossenberg-Wöhren seit 2006 vor und fühlt sich als gebürtiger Mossenberger im und am Dorfgemeinschaftshaus besonders wohl.

Im lippischen »Schilda« geht es beschaulich zu. Die Rede ist vom Blomberger Ortsteil Mossenberg-Wöhren – rund sieben Kilometer entfernt von der Kernstadt –, der vor allen Dingen durch Geschichten und Anekdoten bekannt geworden ist, die sogar Aufnahme in Schulbücher fanden. Bebildert wurden besagte Geschichten von Maler Reinhard Haase, der mit seinen künstlerischen Arbeiten auch das Dorfgemeinschaftshaus verschönerte – das Mittelpunkt des örtlichen Lebens ist.

1993 haben die Bauarbeiten am Dorf-Domizil begonnen, 1994 feierte man im rund 300 Einwohner zählenden Mossenberg-Wöhren – zirka 250 davon leben in Mossenberg, 50 in Wöhren – die Einweihung. »Unser Dorfgemeinschaftshaus ist die Anlaufstelle für alle hiesigen Vereine, hier finden Veranstaltungen statt, hier trifft man sich. Darauf sind wir stolz«, sagt ein zufriedener Ortsvorsteher Wilhelm Schnittcher, der dieses Amt bereits seit 2006 ausübt und »seinem« Dorf »dient«, wie er zu sagen pflegt.

Betreiber des Dorfgemeinschaftshauses ist die Dorfgemeinschaft Mossenberg-Wöhren, die das Gebäude sogar an zwei Tagen pro Woche – donnerstags und sonntags ab 18 Uhr – für interessierte Bürger öffnet, die sich treffen und austauschen möchten. »Das wird sehr gut angenommen und es ist wirklich so, dass an besagten Tagen Jung und Alt zusammenkommen, um Spaß zu haben, Kontakt zu halten und die Gemeinschaft zu stärken«, meint Schnittcher.

Vereine gibt es im Zentrum der Großgemeinde Blomberg einige. Neben besagter Dorfgemeinschaft sind Malgruppe, Plattdeutsche Gruppe, Formel 1-Club, Mopped Group und nicht zuletzt der Heimatverein, der 2013 sein 50-jähriges Bestehen feierte und rund 200 Mitglieder hat, äußerst aktiv. Und es gibt zahlreiche Besonderheiten.

Im sogenannten »Mossenberger Bahnhof«, einem Haus an der Talstraße, das aufgrund seiner Größe und seiner Bauart einem Bahnhof ähnelt, erblickte am 7. April 1944 der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder das Licht der Welt. Allerdings zog Schröder bereits im Kindesalter mit seiner Familie weg.

Darüber hinaus gibt es den »Mossenberger Himmel«. »Jeder Dorfbewohner war quasi schon mal im Himmel«, unterstreicht Orts-Oberhaupt Schnittcher mit einem Lächeln, um detailliert auszuführen: »Mit dem Himmel ist bei uns ein Waldstück auf dem Mossenberg gemeint. Von dort aus hat man einen herrlichen Blick über das Blomberger Becken.«

Und selbst eine eigene Währung ist vorhanden, mit der auf Dorffesten bezahlt wird: Der »Mossi« ist einen Euro Wert, der »Wöhri« 50 Cent.

Gegründet wurde Mossenberg im Jahre 1467, in Urkunden war 1488 erstmals die Rede von »tom Ossenberg«. Wöhren wurde bereits 1361 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts reicht auch die Geschichte der Wöhrener Kapelle zurück, deren Glocke sogar heute noch in Betrieb ist.