• leben

    Leben in Blomberg.

    Entdecken Sie die Vorzüge.

Wellentrup: Das kreative Dorf im Herzen der Großgemeinde

Sogenannte trup-Orte sind um Blomberg herum keine Seltenheit. Eines von insgesamt sechs Dörfern mit dieser Endung, was nichts anderes als Dorf bedeutet, ist Wellentrup.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde »Walderingthorp« im 12. Jahrhundert, genauer 1144. Fakt ist aber: Das Dorf existiert wahrscheinlich schon bedeutend länger, da die trup-Orte zu den ältesten Siedlungen im gesamten Kreis Lippe gehören.

Geprägt war das örtliche Bild bereits damals von Bauern und Gehöften. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach wie vor gibt es einige landwirtschaftliche Voll- und Nebenerwerbsbetriebe.

Überregionalen Bekanntheitsgrad erlangte das direkt im Zentrum der Großgemeinde Blomberg gelegene Dörfchen dann ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1866 erwarb Landwirt Friedrich Ottomeyer zwei englische Dapflokmobile und begründete damit eine der ältesten Landmaschinenfabriken Westfalens, die sogar noch heutzutage – allerdings in Steinheim – besteht.

22 Jahre später stand die Gründung der Wellentruper Molkerei an – und damit der ältesten genossenschaftlichen Molkerei Lippes. 1956 geriet der Betrieb jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten und verschwand schlussendlich von der Molkerei-Landkarte.

Helmut Schröder ist stolz auf sein »kreatives« Wellentrup, dem er seit Beginn der 1990er-Jahre vorsteht.

Seitdem ist es, wirtschaftlich gesehen, deutlich ruhiger in einem der kleinsten Blomberger Vororte – Wellentrup hat rund 260 Einwohner – geworden. »Das Arbeitsfeld hat sich verschoben. Früher hatten wir hier viele Handwerksbetriebe, nun sind es einige kleinere Dienstleister. Trotzdem ist unser Dorf, das wir gerne auch als kreatives Dorf bezeichnen, weil hier viele kreative Menschen leben und alle zwei Jahre ein Kreativ-Markt stattfindet, absolut lebenswert«, unterstreicht Ortsvorsteher Helmut Schröder, der dieses Amt seit dem Anfang der 1990er-Jahre innehat.

 

Einen großen Teil zum regen Ortsleben trägt die Dorfgemeinschaft bei. Allerdings mussten die Wellentruper einige Hürden überspringen, bis sie letztendlich einen zentralen Anlaufpunkt bekamen. Vereine gibt es zwischen Istrup, Brüntrup und Höntrup nämlich keine, die Dorf-Gaststätte schloss 1976 ihre Pforten. Die Folge war aber nicht Resignation, sondern der Blick nach vorne. 1979 fand das erste Dorf-Fest statt, zudem wurden Ausflüge veranstaltet, Senioren-Weihnachtsfeiern durchgeführt – und Anfang der 1990er sogar ein Dorfgemeinschaftshaus als neuer Mittelpunkt des dörflichen Lebens gebaut. Die Fertigstellung folgte 1992 und seitdem gehen in und um das Domizils regelmäßig zahlreiche Veranstaltungen über die Bühne. »Dort wird wöchentlich gesungen und geturnt und der Kreativ-Markt findet hier ebenfalls statt. Zudem kann man das Dorfgemeinschaftshaus mieten und hier seinen Geburtstag feiern«, sagt Helmut Schröder, der mit berechtigtem Stolz anfügt: »Mit 65.000 bis 70.000 Euro Eigenleistung haben wir doppelt so viel Geld eingebracht, wie von der Stadt Blomberg, die Eigentümer des Gebäudes ist, gefordert war.«

 

Fakt ist aber auch: Da es im Dorf weder einen Kindergarten noch eine Grundschule gibt, sind die Kinder gezwungen, die übrigen Einrichtungen in der Großgemeinde Blomberg zu besuchen und brechen Wellentrup deshalb schon zu Kinder- und Jugendzeiten angesichts von Nachmittagsunterricht punktuell weg, später aus Gründen des Studiums oder der Ausbildung dauerhaft. Der demografische Wandel lässt da grüßen – ist aber nur schwer aufzuhalten. »Wir haben Glück, weil zumindest die Busanbindung passt«, so Schröder.

 

Besonders freut sich das Orts-Oberhaupt auch über eine deutliche Steigerung der Attraktivität: »Wir bekommen endlich das schnelle Internet, was für das Dorf ein Meilenstein ist.«

 

Zudem toll: 2004 kam unter Federführung von Heinrich Stiewe eine Dorfchronik heraus, 2013 fanden Giesela und Dieter Vösgen ein altes Protokollbuch der einstigen Wellentruper Gemeinderatsitzungen zwischen 1894 und 1952.

 

Wiederkehrende Veranstaltungen sind neben dem Kreativ-Markt das traditionelle Osterfeuer und das Kartoffelfest, das stets eine Woche nach Wilbasen über die Bühne geht.

Quelle: brink-medien