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    Leben in Blomberg.

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Stadtgeschichte

“Blomberg de Bleome” (Blomberg die Blume) heißt es in einem alten lippischen Städtereim.

Die Blume ist die Rose, das Wappen der Edelherren zur Lippe, die die Stadt Blomberg vor etwa 750 Jahren gründeten. Eine Gründungsurkunde ist nicht erhalten, doch entstand die Stadt zwischen 1231 und 1255 unter Bernhard III. zu Lippe.

Damit gehört Blomberg nach Lippstadt (um 1180) und Lemgo (um 1190) zusammen mit Horn (um 1240) zur mittleren Generation lippischer Städte - es folgten noch Detmold (um 1265) und Salzuflen (1488).

Das Jahr 1447 brachte die fast vollständige Zerstörung der Stadt in der “Soester Fehde” - im Auftrag des Erzbischofs von Köln fielen Tausende von böhmischen Söldnern in Lippe ein und eroberten die Stadt Blomberg, die sie ausplünderten und bis auf die Grundmauern niederbrannten.

Der anschließende Wiederaufbau wurde durch ein Ereignis begünstigt, an das heute der “Alheyd-Brunnen” auf dem Marktplatz erinnert: Eine Frau namens Alheyd hatte 45 geweihte Hostien aus der Martinikirche gestohlen und in einen Brunnen geworfen. Für diesen “Hostienfrevel” wurde sie verbrannt, doch galt der Brunnen hinfort als wundertätig und lockte Scharen von Kranken und Pilgern nach Blomberg.

1460 bis 1462 wurde eine Kapelle errichtet; 1468 gründete man ein Augustiner-Kloster - Blomberg wurde ein berühmter Wallfahrtsort.

Mit der Einführung der Reformation fand die Wallfahrt ein Ende; 1536 wurde das Kloster aufgelöst. Die erhaltene spätgotische Klosterkirche wurde später evangelisch-reformierte Pfarrkirche.

Schon im Mittelalter ließen sich an Blombergs Hauptstraße (Langer und Kurzer Steinweg) einige Kaufleute nieder, deren stattliche Dielenhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts noch in einigen Beispielen erhalten sind.

Ansonsten war Blomberg eine kleine Handwerker- und Gewerbestadt. Dominierend waren seit dem 17. Jahrhundert die Schuhmacher, zeitweise gab es über 100 Meister in der Stadt. Die Blomberger Schuhmacher exportierten ihre Produkte bis nach Kassel, Osnabrück, Hannover und Braunschweig.

Auch das Geschäft der Tischler entwickelten sich im 18. Jahrhundert zu einem Exportgewerbe; insbesondere Stühle wurden auf auswärtigen Märkten in großer Zahl verkauft. Im späten 19. Jahrhundert entwickelten sich daraus mehrere Stuhlfabriken. Der Sägewerksbesitzer Bernhard Hausmann erfand 1893 die Buchensperrholzplatte und begründete die noch heute bestehende “Blomberger Holzindustrie”.

Viele Blomberger betrieben Landwirtschaft in Nebenerwerb; einige hauptberufliche Ackerbauern (“Ackersmänner”, “Ackerbürger”) führten Acker- und Lohnfuhrdienste für ihre Mitbürger aus.

Heute ist Blomberg Mittelzentrum des lippischen Südostens mit etwa 17.000 Einwohnern; in der Kernstadt leben etwa 9.000 Menschen.