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Geschichtszeichen - Alter Friedhof und ehemaliges Stadttor

Der heutige Groene Plaats wurde zwischen 1800 und 1880 als Friedhof genutzt und verfügt über einige Zeichen des Gedenkens. Foto: Theiß

Vor den Toren der ehemaligen Stadtmauer befindet sich in Blomberg der Groene Plaats.

An die einstige Nutzung des Bereichs zwischen Gartenstraße und der großen Mauer als Friedhof erinnert heutzutage aber kaum noch etwas. Aus alten Zeiten geblieben sind lediglich einige wenige Grabsteine - beispielsweise der von Sophie Wilhelmine Marie Piderit. »Ganz früher befand sich der Friedhof, wie in anderen Städten und Dörfern auch, rund um die Stadtkirche St. Martin. Um 1800 wurde er vor die Stadt verlegt, 1880 aber wieder geschlossen«, erläutert der Blomberger Stadtarchivar Dieter Zoremba.

In den 1920er-Jahren wurde der Platz um ein Denkmal für die 180 im Ersten Weltkrieg gefallenen Blomberger ergänzt, in den 1990ern folgte ein Denkmal für die fünf Menschen aus der Nelkenstadt - Wilhelm Friedrichs, Hermann Hesse, Emma Lipper, Wassily Loboda und Wera Tatarenko -, die in der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes zwischen 1933 und 1945 mit ihrem Leben bezahlen mussten.

An der Kreuzung von Kurzem Steinweg und der großen Mauer befand sich früher das Heutor. Foto: Theiß

Da es sich bei besagtem Platz um einen Ort mit Historie handelt, ziert diesen auch eines der Blomberger »Geschichtszeichen«. Allerdings beschäftigt sich das nur am Rande mit dem ehemaligen Friedhof, dafür aber vielmehr mit dem Heutor. »Heute würden wir wahrscheinlich Hohes Tor sagen, was mit der Lautverschiebung zusammenhängt«, weiß Dieter Zoremba zu berichten. Das Heutor befand sich im Kreuzungsbereich des Kurzen Steinwegs mit der Straße »An der großen Mauer«, wurde aber Ende des 18. Jahrhunderts aufgrund seiner Baufälligkeit abgebrochen und durch ein Tor mit zwei steinernen Pfeilern und eisernen Gittertorflügeln ersetzt, das es ebenfalls nicht mehr gibt.

Die Bebauung außerhalb der Stadtmauer in diesem Bereich, also an Garten- und Hagenstraße, fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt. Bis dato hatten viele Blomberger Bürger Land außerhalb der Stadt, das sie als Garten oder Acker nutzten.

Davon zeugt auch die Stadtansicht der Kupferstecher Elias und Heinrich van Lennep aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die auf dem »Geschichtszeichen« abgebildet ist. Gut zu erkennen ist darauf das befestigte Blomberg mit Rathaus, Martini- und Klosterkirche sowie dem mächtigen Heutor. Davor zu sehen: Die mit Zäunen gesicherten Äcker und Gärten. Zudem existierten vor den Mauern Blombergs zur weiteren Sicherung eine Dornenhecke und ein Graben.

Text: Rouven Theiß