• leben

    Leben in Blomberg.

    Entdecken Sie die Vorzüge.

In Blomberg gibt es noch eine Stadtmauer

Von der Weinbergpforte bis zur Grundschule am Weinberg ist die Stadtmauer in großen Teilen erhalten. Foto: Theiß

Als die Stadt Blomberg im 13. Jahrhundert gegründet wurde, war eine Stadtmauer zum Schutz vor Angriffen, Plünderern oder anderen Gefahren dringend notwendig. Deshalb errichtete man wahrscheinlich um 1300 einen festen Mauerring mit Türmen und Toren.

Imposante Länge: fast 1,5 Kilometer. Blomberg avancierte so zu einer der am besten befestigten Städte Lippes, was sicherlich auch an der Bedeutung der Nelkenstadt (unter anderem Sitz der Landesherren) lag.

Nach vielen befestigten Jahrhunderten wurde in zahlreichen anderen mittelalterlichen Städten die Mauer vor allen Dingen im 19. und 20. Jahrhundert abgetragen und anderen Zwecken zugeführt.

Die Weinbergpforte führt direkt an der Burg in die Stadt beziehungsweise aus der Stadt heraus. Foto: Theiß

Nicht aber in Blomberg. Hier sind heutzutage noch große Teile der Stadtmauer zwischen der Burg und dem ehemals vorhandenen Neuen Tor existent - darunter auch die Überreste einiger Türme und die Weinbergpforte.

Interessierte haben die Möglichkeit zur ausgiebigen Erkundung bei einem Spaziergang auf dem wunderbar angelegten Weg unterhalb der Mauer. Auf den gelangt man beispielsweise, indem man die Burg im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lässt und durch die Weinbergpforte vor die Stadt tritt. Dort bietet sich auf einem Aussichtsbereich unter einer stattlichen Linde erst die Möglichkeit zu einem perfekten Rundum-Blick, bevor es nach rechts auf den Spazierweg geht. Der führt unter anderem unterhalb des Schweigegartens entlang bis zur Grundschule am Weinberg.

Auch auf der anderen Seite, also in Richtung Niederntor, das  die Jahrhunderte überdauert hat, sind in der Weinberggasse Reste der Befestigung, erhalten.

Durch die Kuhpforte wurde früher das Vieh aus der Stadt getrieben. Foto: Theiß

Einige Meter zuvor gelangt man auf Höhe des Kulturhauses »Alte Meierei« durch die sogenannte Kuhpforte wieder in die Stadt.

Den Namen dieser Pforte erklärt Stadtarchivar Dieter Zoremba: »In Blomberg gab es früher eine große Menge an Tieren, vor allen Dingen Kühe und Ziegen. Hirten trieben das Vieh deshalb durch die Kuhpforte aus der Stadt hinaus ins Flachland, wo die Tiere weiden konnten.« Und auf dem ehemaligen Meierei-Gelände, das heute ein Kulturhaus ist, gibt es eine weitere Pforte. »Die führt aber nicht aus der Stadt, sondern nur zu Gärten. Das war früher so und ist heute noch genauso«, sagt Zoremba.

Zur Befestigung Blombergs gehörten übrigens auch insgesamt sechs Türme, die sich rund um die Nelkenstadt an den wichtigsten Straßen befanden.

Text: Rouven Theiß