• leben

    Leben in Blomberg.

    Entdecken Sie die Vorzüge.

Rathaus - Zierschnitzereien und zahlreiche Inschriften

Mittelalterlich geprägte Städte und imposante Bauten gehören untrennbar zusammen. So ist das natürlich auch in Blomberg. Eines der repräsentativsten Gebäude stellt – wie könnte es anders sein – das Rathaus dar.

Das Rathaus befindet sich zentral in der Stadt direkt am Marktplatz. Foto: Theiß
Die Schnitzereien am Rathaus sind äußerst sehenswert. Foto: Theiß

Das gilt übrigens auch für Inschriften und Symbole, von denen sich am heutigen Sitz des Bürgermeisters und der Verwaltung einige befinden. Aus den Initialen und dem Steinmetz-Zeichen, die am Unterbau eingemeißelt sind, geht hervor, dass der Baumeister Hans Rade war. Rade brachte auch die Wappen der Stadt Blomberg und von Graf Simon VI. unter den Fenstern des Rathaussaales an.

Unter den Rathaussaal-Fenstern kann man die Wappen der Stadt Blomberg und von Graf Simon VI. bestaunen. Foto: Theiß
Unter den Rathaussaal-Fenstern kann man die Wappen der Stadt Blomberg und von Graf Simon VI. bestaunen. Foto: Theiß

Aus Fachwerk besteht dagegen der obere Teil. Die drei Giebel, die zum Markt zeigen, wurden im Jahre 1830 erneuert. Darauf zu sehen sind Wetterfahnen, die alle aus der Entstehungszeit des Rathauses stammen. Auffällig und äußerst sehenswert sind die Zierschnitzereien im Zahnschnittmuster, die an Vorbilder aus dem Oberweserraum erinnern. Am Drempelgeschoss befinden sich darüber hinaus flachgeschnitzte, kannelierte Säulen.

Die Schnitzereien am Rathaus sind äußerst sehenswert. Foto: Theiß
Die Schnitzereien am Rathaus sind äußerst sehenswert. Foto: Theiß

An der Giebelseite auffällig sind die Balkenköpfe und die Brustgesimse. Zudem taucht rechts ein Löwenkopf auf, der für die Abwehr von Gefahren steht.

Der Löwenkopf steht für die Abwehr von Ungemach. Foto: Theiß
Der Löwenkopf steht für die Abwehr von Ungemach. Foto: Theiß

»Das Rathaus ist eines der beeindruckendsten Gebäude Blombergs. Es prägt und beherrscht das Marktplatz-Ensemble und imponiert durch seine bauliche Schönheit«, sagt Stadtarchivar Dieter Zoremba. Imposant sind übrigens auch die zahlreichen Inschriften. Auf der Marktplatzseite sind zum einen in lateinischer Sprache Eckdaten zum Erbauungsjahr und ein Aufruf an die Bürger Blombergs verfasst, stets gerecht, ehrlich und friedlich zu handeln. Zum anderen ist am Drempelgeschoss ganz oben eine weitere Inschrift zu erkennen, die sich über die gesamte Breite des Baus erstreckt. Zu lesen ist dort: »Wil tu gerne wissen, wen es wol stet, im Regimet glücklich zugeht, wes Bürger hahbn dahin gebracht, nach Lieb un Einigkeit getracht. Einn jeder auch thut, was ihm zukommt und ihme gebürt, keiner den andern ahn Leib und Gerüchte berürt. In Domino, si vis vincere, disce pati. Anno 1587.«

Am Rathaus sind sogar viele kleine Ecken verziert. Foto: Theiß
Diese Wetterfahne stammt aus der Zeit der Entstehung des Rathauses. Foto: Theiß

Daraus geht hervor, dass alle Blomberger dieselben Ziele verfolgen müssen – und das friedlich -, damit die Stadt funktionieren kann. Zudem sollen die Mitmenschen in aller Form respektiert werden. Eine weitere Mahnung – an Ratsherren und Richter zur Unbestechlichkeit - existiert an der östlichen Giebelseite. Eine weitere Inschrift (»Ein ieder Man sy vnderdanich der Uvericheit de Macht aver en hat wente dar is kein Unvericheit dan alleine van gade. Wolder sick wedersettet de wederstrebt Gades Or.«) ist wieder an die Bürger adressiert  und meint so viel, dass man Widerstand gegen Gott leiste, wenn man sich der Regierungsgewalt entziehe. »Die Inschriften haben zum größten Teil einen mahnenden Charakter«, kann Dieter Zoremba berichten.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts sah das Blomberger Wappen so aus. Foto: Theiß
Im Giebel ist die lippische Rose zu sehen. Foto: Theiß

Abgerundet wird das Inschriften-Ensemble durch einen Text am Anbau, der 1904 fertiggestellt wurde und dem damaligen Zeitgeist entsprechend unter anderem beinhaltet, dass Graf Ernst das Land regierte als der Anbau erstand und man Treue gegenüber Fürst und Reich zeigen solle.

Text: Rouven Theiß