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NSDAP in Blomberg - Zusammensetzung, Wahlen, Machtergreifung

Aufmärsche, hier am 1. Mai 1933 an der Neuen Torstraße, gab es nach der Machtübernahme viele.

NSDAP: Struktur und Aktivitäten

Größere Aktivitäten durch die NSDAP gab es in Blomberg ab 1928. Zwei Jahre später wurde die Blomberger Ortsgruppe der NSDAP gegründet und fortan von Otto Albert geleitet. An verschiedenen Versammlungen im Kaiserhof oder Ausmärschen nahmen ab dann regelmäßig mehr als 100 Personen teil.

Auch die Zahl der Parteimitglieder stieg von deren 60 im März 1932 deutlich an. In der Nelkenstadt aktiv war aber nicht nur die Ortsgruppe, sondern auch diverse andere nationalsozialistische Organisationen wie unter anderem SS, SA, HJ und BdM. »Die NSDAP konnte gerade in vielen Kleinstädten wie Blomberg schnell Fuß fassen. Hier gab es viel Gewerbe, viel Handwerk, keine große Industrie und die bürgerliche Mittelschicht war sehr ausgeprägt vorhanden. Dazu kam, dass Blomberg eher evangelisch war - und die Menschen, die in Verbindung mit dieser Kirche standen, stärker zu den Nazis tendiert haben als die der katholischen Kirche«, unterstreicht Dieter Zoremba.

Die historischen Fakten stützen die Aussage des Stadtarchivars: Viele Nationalsozialisten aus der Nelkenstadt entstammten dem Mittelstand, Arbeiter gab es in der Partei dagegen nur wenige. Interessant ist auch, dass einige der Kandidaten der Bürgerlichen Einheitsliste 1932 gut ein Jahr später auf der Liste der NSDAP auftauchen.

Mit Plakaten wie diesem bewarben die Nationalsozialisten ihre Versammlungen.

Wahlergebnisse und Machtergreifung 1933

Das Jahr 1933 war das der Nationalsozialsten. Nachdem die Partie nach vorangegangenen Erfolgen Ende 1932 nur noch 33,4 Prozent der Stimmen bekommen hatte, was auch zu innerparteilichen Spannungen führte, gab es bei den Landtagswahlen in Lippe im Januar 1933, bezogen auf die Resultate in Blomberg, 43,4 Prozent der Stimmen, bei der Reichstagswahl im März sogar 49,6 Prozent.

»Bei den Wahlen 1932 und 1933 hat die NSDAP einen deutlichen Zulauf erhalten, weil sie von vielen Menschen aus dem bürgerlichen Lager, also der Mitte der Gesellschaft, gewählt wurde. Diese Gruppe war in Blomberg, wie in anderen vergleichbaren Kleinstädten, stark vertreten«, so Zoremba. Die Steigerung 1933 hing auch damit zusammen, dass der Aufwand in Sachen Propaganda deutlich erhöht wurde und Partei-Größen über die Dörfer tingelten und dort Wahlkampf betrieben.

Adolf Hitler selbst war 1933 im Rahmen des Landtags-Wahlkampfes am 13. Januar in Blomberg und hat im Dreschschuppen nahe der heutigen Schießhalle genauso wie der spätere Reichsinnenminister Wilhelm Frick eine Rede gehalten - und das vor rund 5000 Besuchern. Weniger los war dagegen am Tag der Machtübernahme. Am 30. Januar 1933 fanden keine großen Umzüge statt. Erst am 4. Februar gab es einen Fackelzug durch die Nelkenstadt.

Text: Rouven Theiß