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Stabilisierung der Macht, Krieg und Nachkriegszeit

Am 1. Mai 1933 war auf dem Blomberger Marktplatz viel los.

Stabilisierung der Macht

Stark zu beobachten war, dass 1933 viele öffentliche Veranstaltungen wie Feste und Aufmärsche stattgefunden haben. Daran, obwohl von der NSDAP organisiert, haben auch viele Blomberger teilgenommen.

»Mitte 1933 haben beispielsweise Turn- und Sängerfeste stattgefunden. Daran waren, bis auf die da schon verbotenen Arbeitervereine, zahlreiche Blomberger Vereine beteiligt. Auch das Schützenfest des Jahres 1933 wurde zum Schützenfest der nationalen Erhebung. Die Unterstützung aus dem bürgerlichen Lager und den bürgerlichen Vereinen war in jedem Fall vorhanden, was sicherlich aber auch an der Gleichschaltung lag«, resümiert Dieter Zoremba und fährt fort: »Die Nationalsozialisten haben im Jahre 1933 mit einer Vielzahl von Veranstaltungen den öffentlichen Raum besetzt. Das sollte die Bevölkerung mobilisieren und begeistern und zur Festigung des Nationalsozialismus beitragen.«

Äußere Zeichen der neuen Machtverhältnisse gab es mit Hakenkreuz-Fahnen auf Rathaus, Martiniturm und den Schulen ebenfalls.

Verfolgung - Terror - Repressalien

Im Deutschen Reich setzte unmittelbar nach dem 30. Januar eine massive Verfolgung der politischen Gegner ein. »Anfang März 1933 wurden auch in Blomberg zunächst Anhänger der KPD verhaftet und in sogenannte Schutzhaft genommen.

Ende März folgten Hausdurchsuchen und Verhaftungen von SPD-Angehörigen. Die Arbeitervereine wurden aufgelöst und das Gewerkschaftsbüro in der Gartenstraße wurde geschlossen«, erklärt Dieter Zoremba. Massiv bedroht und inhaftiert wurde auch der jüdische Bürger Gustav Königheim. Ende Juli 1933 tauchten nachts plötzlich SA- und SS-Männer vor dem Haus Königheims auf. »Der rief daraufhin den hiesigen Wachtmeister an. Anstatt ihm zu helfen, nahm der ihn aber bis zum nächsten Tag fest«, unterstreicht Zoremba das damals herrschende Unrecht.

Im März und April traten sozialdemokratische und kommunistische Abgeordnete aus dem Stadtparlament aus, das Ende April endgültig nationalsozialistisch ausgerichtet wurde.

1937 versammelte sich eine Schulklasse vor dem Hitlergedenkstein, der sich seit 1936 im Bereich der heutigen Schießhalle befand.

Ein Relikt und umbenannte Straßen

Ein Relikt aus der NS-Zeit ist das 1935 eingeweihte Freibad. Straßen, die von den Nationalsozialisten umbenannt wurden, gab es mit Hitler-Allee (Ulmenallee), Hindenburgplatz (am Martiniturm), Franz-Seldte-Platz (Hagenplatz) und Horst-Wessel-Platz (an der Auffahrt zum Niederntor).

Einen Gedenkstein für Hitler errichtete man 1936 mit der Aufschrift »Zur Erinnerung an die im lippischen Wahlkampf 1933 in Blomberg gehaltene Rede des Führers« im Bereich der heutigen Schießhalle. Zudem wurde Reichsinnenminister Wilhelm Frick am 15. Januar 1937 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Zwangsarbeiter und Internierte

Zwangsarbeiter gab es 1944 etwa 160 im damaligen Blomberger Stadtgebiet. Das waren vor allem Polen und Ukrainerinnen. Hinzu kamen rund 40 italienische Militärinternierte und zudem russische Kriegsgefangene in vier Lagern. Eines davon befand sich in der Schießhalle. Die meisten Zwangsarbeiter waren bei der Firma Hausmann eingesetzt.

1945: Befreiung und Besatzungsmacht

Anfang April 1945 marschierten die Amerikaner in Blomberg ein - und zwar morgens und von Reelkirchen aus kommend. Auf Höhe des heutigen Edeka-Marktes haben sich zwar noch Panzersperren befunden, der Befehlshaber des Volkssturmes hat die Sache aber als aussichtslos angesehen und die Leute nach Hause geschickt.

Die Amerikaner wollten also die offizielle Übergabe der Stadt an diesem Ort, der Bürgermeister hätte die Übergabe gerne im Rathaus vollzogen und so ging es einige Zeit hin und her. »Schließlich sind die Amerikaner mit Verweis auf die nachfolgenden Besatzungstruppen weitergezogen. Besatzungsmacht waren dann die Engländer, die einige Häuser beschlagnahmt und im »Deutschen Haus« ihre Kommandatur eingerichtet haben«, sagt Dieter Zoremba.

Text: Rouven Theiß