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Konzept für ein Modellprojekt: Die Grundschule Am Paradies in Blomberg auf dem Wege zur CO2-Neutralität

Wichtiger Hinweis: Die Realisierung der Maßnahme ist bis auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Stadt Blomberg liegt im Kreis Lippe und hat aktuell 16.269 Einwohner (Stand 31.12.2009). Sie unterhält im Stadtgebiet fünf Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium und eine Förderschule.

Das Modellprojekt bezieht sich auf den Gebäudekomplex Grundschule Am Paradies an der Holstenhöfener Straße. Es beinhaltet das zweigeschossige Schulgebäude sowie einen Kinderhort mit angeschlossener Sporthalle.

Die Grundschule Am Paradies wurde 1975 als niederländische Realschule von der damaligen niederländischen Militärverwaltung erbaut. Im Jahr 1985 wurde der Bestand von der Stadt Blomberg übernommen, durch einen Anbau erweitert und in eine Grundschule umgenutzt.

Der Kinderhort und die Sporthalle wurden 1982 in der typischen Massivbauweise errichtet. Das Gebäude ist nicht unterkellert.

Die Gebäudehülle der Grundschule Am Paradies befindet sich in einem sehr schlechten energetischen Zustand. Darüber hinaus haben sich bereits Gebäudeschäden eingestellt, so sind z.B. an einer Wetter zugewandten Hausecke Feuchteschäden sichtbar. Um einen möglichen Sanierungsbedarf tatsächlich einschätzen zu können, ist ein Vergleich mit den Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung für Gebäude geboten. Ziel einer Sanierung soll sein, die vorgegebenen Werte für die diversen Bauteile möglichst zu erreichen. Bei der Entscheidung über die tatsächlich durchzuführenden energetischen Sanierungsmaßnahmen spielt die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Das minimale Ziel einer jeden Sanierung soll aber die Reduktion des Heizenergiebedarfs um mindestens 70% sein.

Zielsetzung des Konzeptes

Die Stadt Blomberg möchte den bestehenden Handlungsbedarf zum Anlass nehmen, eine grundlegende energetische Sanierung der Gebäude anzugehen mit der Absicht, ein Modellprojekt zum Klimaschutz für die Stadt und die Region mit dem Leitbild der CO2-Neutralität durchzuführen.

Am Beispiel der Grundschule Am Paradies soll in innovativer Weise versucht werden, eine Schule mit einem momentan recht hohen Energiebedarf im Bereich der Wärmeerzeugung, aber auch vermuteten Einsparpotenzialen beim Strombedarf einerseits energetisch zu sanieren und andererseits die Treibhausgasemissionen durch den Einsatz erneuerbarer Energien in erheblichem Umfang zu reduzieren.

Modellcharakter soll das geplante Projekt in mehrfacher Weise haben:
  • Durch die energetische Sanierung des Gebäudes soll eine möglichst hohe Reduktion des Heizenergiebedarfs erreicht werden. Dabei sollen die Vorgaben in den Richtlinien für Klimaschutzprojekte möglichst übertroffen werden.
  • Durch die Wahl des Energieträgers für die Gebäudebeheizung (möglichst Holzfeuerung) soll der Ausstoß von Treibhausgasen möglichst weitgehend mit dem Ziel der CO2-Neutralität reduziert werden.
  • Der Einsatz weiterer regenerativer Energieträger (z.B. Solarenergie) soll zur Energieerzeugung sowie zu Demonstrations- und Unterrichtszwecken geprüft werden.
  • Die Ergebnisse der Planungsphase sollen umfassend in der Schule, der Elternschaft, der Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit kommuniziert werden, um schon in einem frühen Stadium eine großeöffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen.
  • Durch die Information der Beteiligten in der Schule sollen erste nutzungsbedingte Reduktionen des Energieverbrauchs erreicht werden.
  • Durch die Information und Einbeziehung möglichst vieler Akteure in der Schule schon in der Planungs- und Vorplanungsphase soll eine hohe Identifikation aller Beteiligten in der Schule erreicht werden, die später wesentlich zur Öffentlichkeitsarbeit und Multiplikatorwirkung beitragen kann.
  • Bereits das Konzept für das geplante Modellprojekt soll Vorschläge für die Übertragbarkeit auf weitere städtische Gebäude - insbesondere Schulen - enthalten und umfangreiche Vorschläge hierfür erarbeiten.
  • Die Stadt Blomberg will bereits mit dem Klimakonzept - und natürlich auch mit dem umzusetzenden Projekt - in der Region als vorbildliche Gemeinde in Bezug auf Klimaschutz und CO2-Neutralität wirken und mit den gewonnenen Erfahrungen Beratungskompetenzen für nachfolgende Projekte in der Stadt und in der Region aufbauen.

Projektverlauf

Die Koordination des Projektes - und auch schon der Erstellung des Konzeptes - übernimmt für die Stadt Blomberg der städtische Eigenbetrieb Blomberger Immobilien- und Grundstücksverwaltung. Der Eigenbetrieb hält und pflegt die Kontakte zu allen relevanten Akteuren des Projektes.

Mit der Erstellung des Konzeptes für das geplante Modellprojekt zur CO2-Neutralität für die Grundschule Am Paradies wurde das örtlich tätige Energiedienstleistungsunternehmen E.ON Westfalen Weser AG beauftragt. Die E.ON Westfalen Weser AG hat sich über ihr Unternehmen E.ON Westfalen Weser Energie- Service GmbH des Ingenieurbüros für EnergieManagement IfEM in Paderborn bedient.

Die Auftragserteilung beinhaltete im Einzelnen:

Teil 1

Erstellung eines Energiegutachtens für die Grundschule am Paradies (inklusive Erstellung eines Energiebedarfsausweises) mit

  • Datenaufnahme und Berechnung des Ist-Zustandes des Heizenergiebedarfs und des Strombedarfs der Schule,
  • Erarbeitung eines umfassenden Sanierungskonzeptes und
  • Darstellen von möglichen Sanierungsvarianten einschließlich der energetischen und finanziellen Implikationen (Energieeinsparungs- und Wirtschaftlichkeitsanalysen).

Teil 2

Erstellung eines Konzeptes für die Umsetzung des Klimakonzeptes mit dem Ziel der CO2-Neutralität für die Grundschule Am Paradies mit

  • der Darstellung von Vorschlägen und Sanierungsvarianten,
  • Beurteilung der Vorschläge und Varianten in Vorbereitung von Beschlüssen der Stadt bzw. des Eigenbetriebes Blomberger Immobilien- und Grundstücksverwaltung,
  • Erstellung eines umfassenden Konzeptes mit Vorschlägen für die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Multiplikatorwirkung nach den oben beschriebenen Grundsätzen und den festgelegten gemeinsamen Zielen und
  • Erarbeitung von Beschlussvorschlägen für die Stadt bzw. den Eigenbetrieb Blomberger Immobilien- und Grundstücksverwaltung und deren Akteure für die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Multiplikatorwirkung.

Das Energiegutachten (in zwei Berichten) und das Konzept liegen der Blomberger Immobilien- und Grundstücksverwaltung seit Ende 2009 vor.

Das Projekt befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Klimaschutzinitiative).