Bildgegenüberstellung - Schießhalle

Die Schießhalle ist aus dem Blomberger Stadtbild heutzutage nicht mehr wegzudenken und stellt schon seit vielen Jahrzehnten die Heimat und das Domizil des Alten Blomberger Schützenbataillons dar.

Der Bau am Alten Dreschplatz, vor den Toren der früher stark befestigten Stadt Blomberg, fand im Jahre 1927 nach insgesamt dreijähriger Bauzeit seinen Abschluss. In den 1960er-Jahren fand eine umfassende Erneuerung statt, zu Beginn der 1980er eine weitere und auch das Schützenfest „wanderte“ durch die Umgestaltung des Platzes nahe der B1 von dem Bereich vor der Schießhalle in den dahinter. 2005 folgte dann die bis dato letzte Renovierung – inklusive des Neuaufbaus der Schießstände. Zudem entstanden moderne Versammlungsräume.

Die Fotos zeigen das Schmuckstück zum einen heute, zum anderen in den 1970er-Jahren. Das Gebäude erstrahlt mittlerweile natürlich in einem ganz neuen Glanz, an der Struktur des Baus hat sich aber in den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas getan. Deutlich anders sieht dagegen der Bereich rund um die Schießhalle aus. Konnte man früher noch direkt davor parken, ist das durch die geänderte Straßenführung – die Straße zum Supermarkt-Parkplatz führt jetzt direkt davor entlang – nicht mehr möglich. Und auch rechtsseitig von der Halle verläuft bekanntlich mit dem Ostring eine Straße.

Interessant ist aber: Das Alte Blomberger Schützenbataillon gibt es schon viel länger als die Schießhalle selbst – nämlich seit 1576. Allerdings hatte das frühere Schützenwesen mit dem heutigen nichts beziehungsweise nur sehr wenig gemeinsam. Die Blomberger Schützen stellten nämlich keinen Verein im heutigen Sinne dar, sondern hatten stattdessen militärische und polizeiliche Aufgaben zu erledigen. Und auch die Mitgliedschaft hatte nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Vielmehr war der Schützendienst durch den Bürgereid Pflicht. Weisungsbefugt gegenüber der damaligen Schützen-Compagnie waren übrigens die städtischen Autoritäten. Neben den besagten Aufgaben gab es natürlich aber auch gesellschaftliche und festliche Aktivitäten. Die Rötter und die Compagnie führten so die Blomberger Bürger zu verschiedenen Festen und zu Geselligkeit zusammen. Gesellschaftlicher Höhepunkt war der einst nahezu jährlich durchgeführte Ausmarsch aus der Stadt zum Schießplatz. Dort gab jeder Schütze einen Schuss ab und es wurde der König gekürt. Anschließend folgte der Rückmarsch zum Rathaus samt Empfang durch den Magistrat und Feier im Saal des Rathauses. Am Schießen und der Feier durften allerdings nur die im Schützenverzeichnis eingetragenen Schützen teilnehmen. Im 19. Jahrhundert folgte dann die zunehmende Entwicklung zu einem Verein.

Das erste Schützenfest auf dem Schützenplatz fand übrigens 1862 statt – in einem eigens dafür errichteten Schützenzelt. Heutzutage geht das Schützenfest in der Nelkenstadt bekanntlich alle zwei Jahre über die Bühne – und gehört nach wie vor zu den gesellschaftlichen Attraktionen Blombergs.

Text/Fotos: © brink-medien/Rouven Theiß