Vorbereitungen zu „Gemeinsamer Raum für alle (Shared Space)“ beginnen

Rücksicht, Umsicht und gegenseitiges Verständnis im Straßenverkehr bleiben in Blomberg nicht länger Floskeln. Im Zeitraum vom 20.09. bis zum 31.10.09 testet Blomberg die niederländische Version der Verkehrsberuhigung in der Achse Marktplatz-Kurzer Steinweg-Heutorstraße, die in unserem Nachbarland unter dem Titel „Shared Space“ sehr erfolgreich ist.

 Um im Anschluss an die Projektlaufzeit Aussagen über den Erfolg treffen zu können, wird bereits jetzt mit der wissenschaftlichen Begleitung begonnen. Gesche Heitkötter, Dipl.-ng. (FH) der Landschaftsarchitektur, erhebt den aktuellen Stand in der Blomberger Altstadt. Dazu wird beispielsweise der Verkehrsfluss beobachtet und dokumentiert oder Gewerbetreibende und Passanten im Projektgebiet werden nach ihrem Eindruck und Problemen mit der aktuellen Verkehrssituation befragt.

 Erste Interviews mit Vertretern der Polizei und der Stadt Blomberg fanden auch schon statt. Weitere Interviews während und nach Abschluss des Projekts werden stattfinden, um die Veränderung des Meinungsbilds zu erfassen. Im Dezember wird die wissenschaftliche Auswertung schriftlich vorliegen.

 „Zu starker Busverkehr, zu enge Gehwege und zu schnelles Fahren sind die am häufigsten genannten Probleme der Passanten“, fasst Heitkötter die ersten Interviews zusammen. Die verkehrliche Situation im Projektgebiet werde als „unbedingt verbesserungswürdig“ eingeschätzt. Seitens der Gewerbetreibenden ist der erste Eindruck von Shared Space vorwiegend positiv und die Erwartungen sind hoch. „Für gut befunden wird in jedem Fall, dass etwas Neues ausprobiert wird.“, so Heitkötter.

 Ziel von Shared Space ist es, den fließenden Verkehr zu beruhigen und ein gleichberechtigtes Nebeneinander von allen Teilnehmern des Straßenverkehrs zu erreichen. Im Gegensatz zu einer Fußgängerzone wird bei Shared Space keiner der verschiedenen Verkehrsteilnehmer verdrängt.

Erreicht wird das durch das Aufheben der räumlichen Trennung der verschiedenen Funktionen des Verkehrsraums in Fahrbahn, Gehweg, Parkraum usw. Im Falle Blombergs bedeutet dies konkret, dass Verkehrsschilder künstlerisch verhüllt und die Wahrnehmung des Verkehrsraums psychologisch durch Pflanzen und Farben verändert wird. Diese Maßnahmen führen eine gezielte Verunsicherung bei den Verkehrsteilnehmern herbei, die so rücksichtsvoller miteinander umgehen. Und das bringt einen Mehrwert für alle: die Fahrgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs wird reduziert und die Verkehrssituation wird für Fußgänger angenehmer und attraktiver werden.