Friedwald soll Bestattungsformen abrunden

Mit der Schaffung von neuen Bestattungsformen hat die Stadt Blomberg in den letzten Jahren auf das veränderte Nachfrageverhalten der Gesellschaft reagiert. „Neben dem Trend hin zur Urnenbestattung besteht der große Wunsch nach einer möglichst pflegearmen oder gar pflegefreien letzten Ruhestätte. Diese können wir jetzt in der ganzen Großgemeinde anbieten,“ erläutert Bürgermeister Klaus Geise. Dabei reicht die Palette von der Urnenrasengrabstätte (mit oder ohne Namensplatte) bis hin zur Urnengrabkammer (auch Kolumbarium genannt). Die Pflege hierfür übernimmt die Stadt Blomberg.

Zur Abrundung der Möglichkeiten wird demnächst eine gänzlich pflegefreie Bestattungsform in der Blomberger Großgemeinde im Ortsteil Höntrup angeboten. „Die FriedWald GmbH ergänzt das kommunale Angebot durch Bestattungen in der Natur“, so Klaus Geise. Ganz konkret finden die Bestattungen im sogenannten „Höntruper Holz“ auf einer Fläche von zunächst 2 -3 Hektar statt. Dieses Waldstück gehört dem Landesverband Lippe. Die Friedwald GmbH mit Sitz im südhessischen Griesheim fungiert fortan als Betreiber und damit als Verwaltungshelfer.

Das Friedwald-Konzept sieht Bestattungen unter Bäumen vor. „Die Beisetzung erfolgt in Urnen, die biologisch abbaubar sind und sich in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren vollständig zersetzen. Der Abstand zum Baumstamm beträgt zwei bis drei Meter“, erläutert Dr. Renate Knauf, die bei der Friedwald GmbH für Standortentwicklung und Kommunalberatung zuständig ist.

An den Baumstämmen werden optional kleine Namenstafeln angebracht, die auf den Verstorbenen hinweisen. „Die Ruhezeit beläuft sich auf bis zu 99 Jahre“, so Knauf. Grabpflege gibt es keine, es existieren unterschiedliche Grabarten wie einzelne Plätze unter Bäumen oder komplette Familienbäume.

Der Baum kann schon zu Lebzeiten nach einer Ortsbegehung und in Absprache mit dem/r zuständigen Friedwald-Förster*in ausgewählt werden. Die Beisetzung in Verbindung mit der Trauerfeier ist nicht an eine Konfession gebunden und findet entweder vollkommen individuell oder ganz traditionell mit Pfarrer*in statt.

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